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Fritz Essers Bindung an das Heiligtum

Aus der Biographie von Pater Klein über Fritz Esser 1954

Innig verknüpft ist diese Sehnsucht mit dem Kapellchen zu Schönstatt. Seit es am 18. Oktober 1914 Kongregationsheiligtum geworden war, fühlte sich Fritz in besonderer Weise dorthin gezogen. Er hat es nicht nur immer wieder in der freien Zeit aufgesucht, um dort zu beten, sondern sich auch eifrig bemüht, es mit Blumen zu schmücken, zu säubern und anheimelnd zu gestalten.

Er spürte bereits damals, daß die Bindung an das Heiligtum die Garantie und deswegen auch ein Maßstab für echten und strebsamen Sodalengeist abgab. Als er einmal merkte, daß einer der Mitsodalen seit zwölf Wochen nicht mehr im Kapellchen gewesen war, hielt er es für wichtig genug, dies dem Präfekten mitzuteilen und mit ihm zu beraten, was man da machen könne; denn was er da beobachtet hatte, ließ darauf schließen, wie nachlässig der Betreffende in der Marienliebe geworden und überhaupt im Streben vom Ideal abgefallen war.

Damit hat Esser in der unausgesprochenen Überzeugung gehandelt, daß die Mta sich mit dem Kapellchen in besonderer Weise verbunden hat und deswegen dort besondere Gnaden zu erwarten sind.

Fritz Esser bemühte sich auch in den späteren Jahren in rührender Weise um das Heiligtum. Längere Zeit war ihm und noch einem Mitschüler das Amt des Sakristans anvertraut. Er legte einen kleinen Ziergarten rechts vom Eingang an. Er sorgte dafür, daß die Kapelle im Winter heizbar war. Denn es schmerzte ihn, wenn andere sich von der feuchten Kälte des Raumes abschrecken ließen. Ein kleiner Blechschornstein durch das Kapellchendach ermöglichte das Heizen. Esser gelang es auch in den ärmsten Kriegswintern, genügend Kohlen herbeizuzaubern. Es mußten aber die besten sein, weil er meinte: ‚Das Beste ist für die dreimal Wunderbare gerade gut genug.’ Er wußte die Kohlen, wie erzählt wird, nicht besser unterzubringen und zugleich zu verstecken, als daß er sie von hinten her unter den Altar lagerte. Es machte seiner kindlichen Einfalt nichts aus, daß über diesem schwarzen Schatz die heilige Messe gefeiert wurde.

Sah er, wie die Sodalen scharenweise ins traute Kapellchen hineinstürmten, da konnte er fröhlich in die Hände klatschen und rufen: ‚Schau einmal hin, da muß sich doch die Mutter freuen.’ – Als einmal Kommunionkinder aus einem Nachbarort gemeinsam der himmlischen Mutter ihren Besuch abstatteten, war Fritz kaum mehr zu halten. – In all diesen kleinen Dingen wurde seine innige Liebe zur Gottesmutter von Schönstatt sichtbar.

Anmerkung zu Sehnsucht: Gemeint ist die Sehnsucht Fritz Essers während seiner Todeskrankheit, noch einmal nach Schönstatt zurückkehren zu dürfen.

Anmerkung zum Mitschüler: Der zweite Sakristan war Josef Hagel, der spätere Pallottinerpater und zeitweilige Wallfahrtsleiter am Heiligtum.

Anmerkung zum Ziergarten: Den kann man auf einem Foto sehen, allerdings in einem etwas verwilderten Zustand, nachdem Fritz nicht mehr in Schönstatt war.

www.urheiligtum.de - Die Website über das Urheiligtum der internationalen Schönstatt-Bewegung.